Nachhaltigkeit

Kapitel 4

Wie ich schon beschrieben habe, ist Nachhaltigkeit ein innerer Reifeprozess.
Das erwünschte und erdachte Verhalten will gelernt und gefestigt werden.
Wenn es zum Alltag geworden ist, es sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen ist, erst dann kann man sich Gedanken darüber machen, wie der nächste Schritt aussehen könnte.

Stolze Hausbesitzerin zu sein, bedeutet meistens auch „stolze Hausfrau“ zu sein. Denn der Hausputz und das detailreiche Auge fürs „Innenhaus“ bleibt in den meisten Fällen an uns Frauen hängen. 😉

Putzmittel aller Couleur, Staubsauger, und diverse andere Gerätschaften, Waschmittel, Toilettartikel, Raumdüfte, Kerzen, Küchenutensilien, und vieles mehr.
Man braucht es, man geht es kaufen.
Ich habe das so getan, ohne nachzudenken, lange Zeit… Hab mir über Inhaltsstoffe nur mäßig Gedanken gemacht.

Einen Schwenk in meine berufliche Welt.

Zusehends konnte ich es mit meinem Gewissen, nach nunmehr 12 Jahren Gastronomie, wie die Gesellschaft mit dem Luxusgut Lebensmittel umging.
Ich entwickelte mittlerweile fast schon einen inneren Ekel, und konnte und wollte diese Verschwendung nicht mehr unterstützen, indem ich ein Rädchen in diesem Getriebe war.

Kreativität zählte ich immer schon zu meinen Stärken. Zum Ausgleich versuchte ich mich immer künstlerisch zu betätigen.
Zeichnen, schreiben, fotografieren waren meine Lieblingsbeschäftigungen seit jeher.
Aber nebenher reichte mir nicht mehr, wusste ich doch schon lange, dass ich der Gastronomie wegen so vieler Gründe den Rücken kehren wollte.

Also fing ich anfangs an zweigleisig zu fahren. Menschen, Hochzeiten, Taufen, Natur, Tiere, Konzerte, …. die Bereiche sind so wunderbar vielschichtig.
Gastronomisch fällte ich ebenso eine gezielte Entscheidung. Ich wechselte meinen Arbeitgeber und reduzierte auf 20 Stunden die Woche. Ich suchte mir dafür ein wunderschön gelegenes, nachhaltiges, biologisches und regional wirtschaftendes Hotel im steirischen Pöllauertal.

Wieder ein Schritt in die richtige Richtung!

Privat war Mülltrennung und Vermeidung schon auf einem ganz passablen Weg, jedoch machten uns die verschiedenen Baustellen da leider immer wieder einen Strich durch die Rechnung, was die Vermeidung betraf.
Nun gut… Musste man so hinnehmen.
Unnötige Gegenstände wurden ausgemistet, Klamotten wurden gespendet, die meisten Möbel haben wir durch Second-Hand erstanden (außer Bad und Vorzimmer wurden neu gekauft), ich hab mir einen Dampfwischer zugelegt, der ohne Putzmittel auskommt, bei Neuanschaffung der Haushaltsgeräte wurde auf die Energieklasse geachtet, die Mikrowelle hab ich schon seit ein paar Jahren verbannt.
Kapselmaschine gab/gibt es bei mir noch NIE!
Richtiges Heiz- und Lüftverhalten, Stromsparen und schonender Umgang mit Wasser (wenn Brunnen leer, kein Wasser!) wurden antrainiert.

Beim Schreiben merke ich gerade, dass es nicht wenige „Kleinigkeiten“ sind, die wir verändert haben. Jedoch muss ich euch sagen, mir kommt es im alltäglichen Leben gar nicht so viel vor.
Das meinte ich damit, dass diese Handlungsweisen irgendwann in einen übergehen. Ein schleichender Prozess eben, der sich aber auf alle Fälle lohnt!
Und doch habe ich das Gefühl, noch viel zu wenig zu tun!