Secondhand-gebraucht ist doch super!

 

Kapitel 3

Second-Hand ist eine wunderbare Sache. Und in einer großen Stadt wie Berlin relativ einfach umsetzbar. Es schont Natur und auch den Geldbeutel.
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Nach 3 1/2 Jahren endete unsere Ära in Berlin, das Heimweh wurde zu stark, und wir traten unsere Heimreise mit einem weinenden und einem lachenden Auge an.
Mit im Gepäck war der Plan, ein Haus zu kaufen.

Zuerst wieder zurück bei Muttern, machten wir uns von dort auf die Suche nach dem passenden Traumhaus. Es stellte sich heraus, dass es gar nicht so einfach war, etwas Passendes zu finden. War es doch eine Entscheidung fürs Leben!

Ein ganzes Jahr dauerte die Suche. Etliche Hausbesichtigungen und unvorhersehbarer Herausforderungen später, fanden wir endlich unser Traumhaus.
Ein alter Vierkanthof mit großzügigem Innenhof, Garten, Schweine-, Rinder-, und Hühnerstall, Nebengebäude, Altbauhohe Innenräume, riesige Dachbodenfläche, dicke massive Ziegelbauweise, eigener Brunnen, usw….
Einfach ein Traum!
Einzelholzöfen, kalte, alte Holzdielen, zugige Ecken, alte Stromleitungen (bei 3 Küchengeräten gleichzeitig schaltete sich der Schutzstromschalter ab…) gehörten jedoch auch dazu. 😀

Ein eigener Brunnen, ein gemauerter Komposter mit 2 Kammern, 2 Nussbäume und ein paar Sträucher konnten wir ebenso unser Eigen nennen.
Stolze Hausbesitzer!

Heute, 7 Jahre später bin ich natürlich noch stolzer!
3 Baustellen (Hauptwohngebäude grundsaniert, Nebengebäude (ehem. Kuhstall) zum Ton/Fotostudio umgebaut, an dem Dachbodenausbau wird gerade gewerkelt)
Baby Vincent ist eingezogen, das Zimmer vom Großen haben wir auch renoviert, das komplette Hauswasserwerk wurde erneuert, Stromleitungen wurden erneuert, Heizung (teilweise Fußbodenheizung) wurde installiert, und es wurde natürlich eine Menge Einrichtung angeschafft.

Als stolzer Hausbesitzer ist es aber in vielen Fällen so, dass man meist knapp bei Kasse ist.
Was also tun, wenn zwar Bedarf da ist, aber das Konto eine ausgiebige Shoppingtour in diverse Einrichtungshäuser verwehrt? Richtig! Gebraucht kaufen!

Ich bin immer schon ein Fan von alten Möbeln gewesen. Auch habe ich immer schon versucht aus Vorhandenem neue Dinge zu gestalten.
Und noch ein Vorteil von gebrauchten Möbeln:
Sie sind meist schon zusammengebaut! ;D

Ich merkte jedoch schnell, bzw. hat mein Mann diese Bemerkung des Öfteren fallen gelassen, dass, wenn wir uns durch das diverse Angebot schmökerten, mein Blick und mein Interesse immer auf das Teuerste fiel.
Mit der Zeit war das etwas frustrierend, denn ich hatte ein gewisses Bild vor Augen, wie ich unser Haus haben wollte.
Der Hof ist mehr als 100 Jahre alt, da kann man ja nicht alles reinstellen! 😉
Und mit dem „modernen“ Stil hatte ich es eben nicht so. Vintage, schmiedeeisern, Landhausstil waren die Worte dieser Tage. Also brauchte es Alternativen.
Aber die Suche nach einer Alternative bedeutet halt auch immer Arbeit, denn man muss recherchieren. Und recherchieren bedeutet Kopfschmerzen….

Geduld, Vorstellungskraft und eine gewisse Verbissenheit können da sehr helfen! 😀

Nicht nur im Haus gab es viel zu tun.
Der Garten benötigte ebenso viel Aufmerksamkeit. Mittlerweile hat er sich sehr verändert und ist gewachsen.
Teiche sind dazugekommen, viele Tiere sind eingezogen, auf Chemie im Garten verzichte ich seit jeher. Die Nüsse werden gesammelt und verzehrt.
Also im Großen und Ganzen hat der Garten sein Gleichgewicht gefunden.

Doch so ein Garten will gut kennen gelernt werden.
Sonnenstände, die verschiedenen Jahreszeiten, Schatten, Nasszonen, Trockenzonen, welche Pflanze fühlt sich wo wohl, usw….

Als Gartenfrischling ist man wild und ungestüm. Rennt in den Gartenfachmarkt und kauft was einem ins Wagerl hüpft. Nur kann ich euch sagen, bei manchen Pflanzen hat man Glück, aber viele Euro werden leider verwelkt, erkrankt, oder ersoffen am Kompost landen.

Nach den ersten Saisonen war es mir ehrlich gesagt zu schad ums Geld, und ich fing an zu überlegen, wie ich es preiswerter anstellen konnte.
Mein großes Glück ist, dass sowohl meine Großeltern, meine Mutter und meine Schwiegermutter genauso gartenverrückt sind wie ich. Liegt bei uns in der Familie. 😀

Vermehren war nun das große Thema. Aus eins mach viele.
Schmetterlingsflieder, Frauenmantel, Purpurglöckchen, Segge, Fetthenne, Dachwurz, Lilien, Iris, ….
Ich nahm was ich kriegen konnte.
Und wieder spielte das Wissen eine große Rolle. Nachlesen, die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanze lesen lernen, Standort bestimmen,…

Nach 2-3 Jahren sah ich erste Erfolge, mein Garten nahm immer mehr Form an. Man freut sich über jede Blüte, leidet mit jedem kränkelnden Pflänzchen, freut sich über jeden neuen Trieb. Das Gefühl stellt sich ein, dass man seinen Garten jetzt wirklich kennt.

Natürlich bietet sich der Garten für „Second-Hand“ besonders an. Altes, ausrangiertes Mobiliar, das im Haus nicht mehr gebraucht wird, findet vielleicht im Garten noch ein Platzerl.
Fenster, Türen, Stühle, Tische, Holzöfen, … da werden der Fantasie keine Grenzen gesetzt!

 

Ich kann euch nur raten:
Habt Geduld, tauscht euch mit anderen Gartenbesitzern aus, gebt nicht auf, holt euch Rat und dann wird das schon! 😀

 

Hier seht ihr einen kleinen Einblick der einzelnen Umbauphasen im Haupthaus und Nebenbengebäude, damit ihr euch mal einen Eindruck verschaffen könnt! 😉

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Und hier seht ihr die Veränderung meines Gartens von 2012 bis heute

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